Begegnung mit historisch sensiblen Orten

Bei den Austauschbegegnungen werden auch heikle historische Themen nicht ausgeklammert: So werden die Prager Gäste zum ehemals deutschen Ort Plöß / Pleš oder zur Vertriebenensiedlung Bügellohe geführt; deutsche Schüler besuchen die nationale Gedenkstätte für die Heydrich-Attentäter in der Kyrill- und Method-Kirche oder die Gedenkstätte Theresienstadt (Terezín), machen den Ort zum gemeinsamen Studientagsthema (2000) oder gestalten im Rahmen von P-Seminaren in der Oberstufe Themenbereiche, die nicht zuletzt aus den grenzüberschreitenden Kontakten erwachsen. Im Schuljahr 2014/15 machte sich ein P-Seminar im Rahmen des Arbeitstitels „Gedenkstättenpädagogik“ daran, in Kooperation mit der Partnerschulen sowie der Einbindung einer 8. Klasse der Doktor-Eisenbarth-Schule Oberviechtach auszuloten, inwieweit es möglich sein könnte, dass Schüler eigenverantwortlich Schüler in einer Gedenkstätte wie Flossenbürg oder aber auch Theresienstadt führen zu können. Dazu besuchten Mitglieder des Seminars die Zeitzeugin Helga Feldner in Wien, schulten die Klasse 8c der DESO mit Informationsmaterial aus Flossenbürg und informierte sich das P-Seminar im Rahmen einer Exkursion vor Ort in Theresienstadt. Diese Unternehmungen wurden gezielt unterstützt durch Programmpunkte anlässlich des Schüleraustausches im Herbst 2014 bzw. 2015 in Prag sowie durch die direkte Beteiligung einer Schülerin bei der Exkursion nach Theresienstadt vor Ort. Anlässlich der Abschlussveranstaltung im Januar 2016 im CeBB wurde Vertretern der beteiligten Schulen ein Leitfaden für zukünftige Exkursionen übergeben.

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Bayerisch-böhmisches Begegnungswochenende in Schönsee

Im Jahr 2010 wurde um den zweiten Advent ein „Bayerisch-böhmisches Begegnungswochenende in Schönsee“ durchgeführt. Unter dem Titel „Grenzen streichen“ trafen sich etwa 40 Schülerinnen und Schüler der Partnerschulen zu gemeinsamen Unternehmungen wie Sport, Sprachkursen und einer Wanderung zum „Advent im Wald“ am Eulenberg an der bayerisch-tschechischen Grenze. Dazu kamen Einblicke in die Aufgabenbereiche des CeBB. In einer abschließenden Präsentation stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit vor. Alle waren nach der Veranstaltung sicher, dass jetzt die „Grenzen gestrichen“ waren, wie auch ein gemeinsam gestaltetes Plakat eindrucksvoll dokumentierte.

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„Böhmischer Abend“

Ein besonderes Highlight der Austauschbegegnungen ist seit einigen Jahren der „Böhmische Abend“, bei dem deutsche und tschechische Partner sowie die Gasteltern böhmische Spezialitäten genießen. Musik- und Literaturdarbietungen, ergänzt durch informative Vorträge von Gastreferenten zu Themen wie „Goldene Straße“, „Hussiten in der Oberpfalz“ oder zum „Pascherspiel“ runden den Abend ab.

Jubiläen

 Außerordentliche Höhepunkte waren daneben das 10-, 20- und 25-jährige Jubiläum des Austausches, bei denen ein vielseitiges Ausstellungs- und Festprogramm in Oberviechtach und Prag, ergänzt durch ein zweisprachiges Kalenderprojekt im Jahr 2014 und 2015 auch die Öffentlichkeit über die Facetten der Begegnungen informierten.

Mittlerweile gehört es selbstverständlich zum guten Ton der Partnerschaft, dass Vertreter der Schulen zu Schuljubiläen eingeladen werden und jeweils mit einer Abordnung daran teilnehmen, so beispielsweise 2005 und 2015 beim 40- bzw. 50-jährigen Jubiläum des Ortenburg-Gymnasiums und beim 50- bzw. 60-jährigen Jubiläum der Obchodní-Akademie. Darüber hinaus ist das Ortenburg-Gymnasium traditionell zum Abitur-Ball in Prag eingeladen.

Verleihung des Brückenbauer-Preises

Dass diese Beziehungen auch überregional gewürdigt werden, zeigte sich im Frühjahr 2015 mit der Verleihung des Brückenbauer-Preises an die beiden Schulen, der bei einem Festakt im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) in Schönsee an Vertreter der Schulleitung und Organisatoren des Austausches übergeben wurde.

Besuch der Bayerischen Vertretung in Prag

Ein Besuch in der 2014 eröffneten Repräsentanz des Freistaats Bayern in Prag bildete einen Höhepunkt der Austauschbegegnung im jahr 2015. Hierbei wurde die Gruppe vom stellvertretenden Leiter Christopher Vickers freundlich in Empfang genommen und erhielt wesentliche Informationen zu den Aufgaben der Repräsentanz. Nach der Eintragung in das offizielle Gästebuch stand noch ein Fototermin mit dem bekannten Fotografen Herbert Pöhnl auf dem Programm.