Grundwissen und Wiederholung

Fahrt mit dem Römerschiff

Eine Fahrt auf einer antiken „navis lusoria“
Für die Klasse 8a und 8c lief am Ende dieses Schuljahres der Latein- und Geschichtsunterricht einmal anders ab. Sie durften auf eine Zeitreise gehen und das Leben eines Legionärs eines Patrouillenbootes der römischen Flotte des 4. Jahrhunderts v.Chr. nachempfinden.
Ihre Lateinlehrerinnen, Frau Kärtner und Frau K. Kraus, hatten eine Exkursion nach Mariaort, wo eine getreu nachgebaute „navis lusoria“ (Patrouillenboot) vor Anker liegt, organisiert.
Nach einer Begrüßung durch Herrn Dr. Konen vom Lehrstuhl für Alte Geschichte an der Uni Regensburg wurden vier kräftige Schüler für die Arbeit am Bug (vorne) ausgewählt, dann nahmen die SchülerInnen ihre Plätze an den Riemen ein.
Es folgte durch den „Kapitän“, einen Studenten der Alten Geschichte, eine kurze Einführung in die Begrifflichkeit eines Schiffes und in die Kommandos und dann ging’ s im Dreierrhythmus los – die Naab, ein Einfalltor für die Germanen, hoch. Als erstes Hindernis schrammte man an den Pfeilern der Radfahrerbrücke über die Naab vorbei und dann noch 2 km die Naab flussaufwärts. Die Schüler legten sich ordentlich in die Riemen, sodass der erste Kontrollpunkt, eine Insel, schnell erreicht wurde. Während die Ruderer eine Pause einlegten, erklärte Herr Dr. Konen die historischen Hintergründe.
Im 4. Jahrhundert waren Rhein und Donau die Grenzen, und die Römer verteidigten diese Wassergrenzen gegen die immer wieder einfallenden Germanen mit eben diesen „naves lusoriae“, die sich durch einen geringen Tiefgang auszeichneten und so auch in seichten Gewässern fahren konnten. Die Schiffe konnten eine Spitzengeschwindigkeit von 12 km/h erreichen, Segelsetzung war möglich. Gerudert wurden sie von schwer bewaffneten, gut trainierten Legionären, die auch einem Pfeilhagel von angreifenden Germanen Stand halten konnten. Besonders beliebt bei den Legionären war es, plündernde Germanen, die von römischer Seite wieder in ihre Heimat wollten, zu stellen. Denn dann konnten sie die Beute unter sich aufteilen und so ihr karges Gehalt aufbessern.
Dann erfolgte ein Wendemanöver unter Anleitung des „Kapitäns“ und schon ruderte das Team wieder naababwärts. Jetzt ging’ s schon schneller und am Schluss wurde noch ein kleines Zeitfahren eingeschoben. Leider ging das Ortenburg –Gymnasium mit 1 min 6 s nicht in die „Hall of Fame“ ein, denn der Rekord für die 140 m liegt bei 49, 1 s, aufgestellt von der Uni Regensburg bei der Sommerübung 2009. Nach einem gekonnten Anlegemanöver verließen die Hobbylegionäre erschöpft und mit roten Händen die „navis lusoria“ und kehrten zurück ins Jahr 2010!
Weiter Informationen auf folgender Homepage:
http://www-cgi.uni-regensburg.de/Fakultaeten/Geschichte/Alte_G/lusoria.html
http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_III/Geschichte/lusoria.html

Jahresbericht 2010

Fachschaft Latein

“De nihilo nihil” oder “Aus nichts wird nichts”
Latein am OGO 2009/10

„De nihilo nihil“ – „Aus nichts wird nichts“: Die FS Latein ist sich sehr bewusst, dass dieses Sprichwort äußerst zutreffend ist, und setzte dieses Schuljahr Akzente sowohl auf bewährte als auch auf neue Veranstaltungen.
Zunächst zu einer Situationsbeschreibung des Faches Latein am OGO:
Hinsichtlich der Lehrerversorgung zeigte sich die FS Latein dieses Schuljahr zufrieden. Denn obwohl Latein immer noch ein Mangelfach ist, konnte aufgrund der Zuweisung von jeweils zwei Studienreferendaren (1. Halbjahr: StRef Hof und StRefin Kärtner, 2. Halbjahr: StRefin Kraus und StRefin Kärtner) und der sofortigen Wiederbesetzung einer Planstelle (StR Haas für StRin Ebnet) der Lateinunterricht im vollen Umfang durchgeführt werden. So wurden dieses Schuljahr in 17 Klassen rund 370 SchülerInnen in Latein unterrichtet. Besonders erfreulich war dabei, dass Latein auch in der neuen Oberstufe vertreten ist und dass der letzte Leistungskurs des auslaufenden G9 mit 19 SchülerInnen zugleich auch der größte LK Latein in der Geschichte des Ortenburg –Gymnasiums ist.
Auch für das Schuljahr 2010/11 haben sich wieder 73 SchülerInnen für das Fach Latein entschieden.
Unter die bewährten Veranstaltungen fallen auch dieses Schuljahr wieder die Durchführung der Studienfahrt der 12. Jahrgangsstufe nach Rom/Sorrent unter der Leitung von OStRin Rieß, die Fahrt der 6. Klassen ins römische Regensburg, ein fächerübergreifendes Projekt mit der FS Geschichte, und die Teilnahme am Bundeswettbewerb Fremdsprachen.
Dieses Schuljahr nahmen aus der 10. Jahrgangsstufe 8 Schülerinnen am Einsprachenwettbewerb mit Latein teil, 3 Schülerinnen am Zweisprachenwettbewerb mit Latein und Französisch und eine Schülerin, Katharina Bösl 9b, mit Latein und Englisch.
Thema des diesjährigen Wettbewerbs war „Aeneas“. Die Schüler erarbeiteten sich breite Kenntnisse über die Vorgeschichte der Aeneis, nämlich über den Trojanischen Krieg, dargestellt von Homer, und dann über Vergils Aeneis. Als Hausaufgabe mussten sie einen lateinischen Text auf einen Tonträger sprechen. Die Prüfung umfasste dann einen Zeitraum von 3 Stunden und bestand in einer Übersetzung, Fragen zur Grammatik, Kulturfragen zum Thema und einem Hörtest.
Das Ergebnis fiel für das Ortenburg – Gymnasium auch dieses Jahr wieder äußerst erfreulich aus. So erarbeitete sich Johanna Lindl, 10 a, einen von 36 zweiten Landespreisen und fuhr auf die bayerische Siegerehrung nach Grafing bei München. Daneben erzielten aber auch Jennifer Schießl, Lisa Bindl, Bianca Bauer und Sabine Mehrl gute Leistungen und Lisa Wiezorreck und Andrea Eibl ansprechende Leistungen. Den Teilnehmerinnen am Zweisprachenwettbewerb: Veronika Kleber, Maria Kulzer, Ilona Schneider und Katharina Bösl wurden ebenfalls ansprechende Leistungen bescheinigt. Die FS Latein gratuliert zu den Leistungen und bedankt sich bei den Schülerinnen für ihr Engagement.
Ferner gestaltete die FS Latein das 45 – jährige Schuljubiläum des Ortenburg –Gymnasiums aktiv mit. Sie entwarf eine Ausstellung zum Thema „ 45 Jahre Latein am OGO – Die Lateinbücher der Spracherwerbsphase im Vergleich“. Dabei wurden alle am OGO eingesetzten Lehrbücher kurz vorgestellt: Exercitia Latina, Instrumentum, Roma und Prima. Bei so manchem Besucher der Ausstellung kamen nostalgische Erinnerungen an seinen jeweiligen Lateinunterricht auf. Aber auch für das leibliche Wohl beim Schuljubiläum wurde gesorgt. Die Klasse 9 b bewirtete unter der Leitung von StRin Steiner die Besucher mit Moretum, einer knoblauchhaltigen Frischkäsezubereitung. Des weiteren wurde eine bereits bewährte Veranstaltung in neuem Kleid wieder belebt. In Zusammenarbeit mit der FS Französisch lud man die Eltern im März im Rahmen des Elternforums zu der Veranstaltung: „Lerntipps für die 2. Fremdsprache“ ein. Die FS Französisch und Latein richtete sich in diesem Elternforum an die Lernanfänger der 2. Fremdsprachen und ihre Eltern und die Resonanz war beträchtlich. Thematisiert wurde zum einen, wie Eltern die Arbeit ihrer Kinder sinnvoll unterstützen können. Außerdem gingen die Referenten, StD A. Krauß und OStRin M. Krauß, auf wesentliche Lernprinzipien (Konstanz und Wiederholung), Lernmethoden beim Wortschatzlernen und Grammatiklernen ein.Das Sprichwort „De nihilo nihil“ nahmen sich aber die Lehrkräfte der FS Latein auch selbst zu Herzen und besuchten auch dieses Jahr alle angebotenen Fortbildungsveranstaltungen, um auch fachlich auf dem neuestem Stand zu bleiben. So nahm OStRin Rieß vom 7. – 10. September 2009 an der 46. Ferientagung der Altphilologen in München teil, einer Tagung, bei der sich die Altphilologen kurz vor Schuljahresbeginn sowohl fachwissenschaftlich als auch methodisch austauschen.
Im Dezember besuchten OStRin Krauß und StRefin Kärtner die Fortbildungsveranstaltung „Die neue Oberstufe und der Weg dorthin“ und im Juni nahm OStRin Krauß an der RLFB – Veranstaltung für Lehrkräfte der Alten Sprachen ebenfalls in Regensburg teil.
Das Non plus ultra jeglicher Fortbildungsveranstaltungen für Altphilologen ereignete sich aber dieses Jahr vom 6. – 10. April in Freiburg, nämlich der Bundeskongress der Altphilologen, der alle zwei Jahre in einer anderen deutschen Stadt statt findet. Zu diesem fuhr OStRin Krauß in den Osterferien und widmete sich vier Tage lang mit Altphilologen aus dem ganzen Bundesgebiet intensiv Fragen des altsprachlichen Unterrichts unter dem Thema „Bildung durch Sprache – Latein und Griechisch im Kontext der Schulsprachen“. Ein Höhepunkt war dabei die Verleihung des Humanismuspreises an die ostdeutsche Schriftstellerin Monika Maron. Monika Maron wurde für ihr literarisches Schaffen und das damit verbundene intensive Eintreten für Freiheit, Zivilcourage und eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte geehrt. Auch das Abschlussplädoyer für die alten Sprachen – gehalten von dem renommierten Spiegelredakteur Dr. Johannes Saltzwedel – stellte einen weiteren Höhepunkt dar. Herr Dr. Saltzwedel forderte dazu auf: „Wir sollten uns auf einen Umgang mit Sprache besinnen, der die spielerische Neugier auf Laute, Sinnvielfalt und Ideenreichtum weckt und wach erhält – wozu die alten Sprachen eine der besten Möglichkeiten bieten.“ (aus dem Programmheft zum Bundeskongress 2010, S. 101).
Mit diesem Zitat, das den Stellenwert des Faches Latein so zutreffend beschreibt, möchte ich schließen. Schöne Ferien!

M. Krauß (OStRin)

2. Platz beim Bundeswettbwerb Fremdsprachen

Bundeswettbewerb Fremdsprachen 2010
Siegerehrung der Landessieger Bayerns in Grafing bei München
Die Fachschaft Latein freut sich über den 2. Landespreis von Johanna Lindl (10 a)!

Zum ersten Mal fand auch in Bayern eine überregionale Siegerehrung der Landessieger des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen statt. Anfang Juni reisten 52 Landessieger und 7 Gruppen aus ganz Bayern nach Grafing bei München, um ihre Urkunden und Sachpreise in Empfang zu nehmen. Möglich war diese feierliche Verleihung durch das Engagement der neuen Landesbeauftragten für den Bundeswettbewerb Fremdsprachen Nicole Storz, Lehrerin für Französisch und Englisch am Grafinger Gymnasium, geworden.
Das Ortenburg – Gymnasium wurde bei dieser Preisverleihung durch die Schülerin Johanna Lindl (10 a) vertreten. Johanna hatte im Fach Latein einen von 36 zweiten Landespreisen gewonnen und freute sich, in diesem würdigen Rahmen Urkunde und Sachpreis in Empfang nehmen zu können.
Begrüßt wurden die SchülerInnen durch die Combo des Grafinger Gymnasium mit dem Schlager „Aux Champs Elysées“. Es schlossen sich mehrere Grußworte an. Der Schulleiter Dr. Parigger erklärte, es gebe insgesamt viel zu viele Schülerwettbewerbe, die wichtigsten litten unter chronischem Geldmangel. Dieser hier sei einer der ganz wichtigen Wettbewerbe –als Baustein der Friedenserziehung und der Qualitätssicherung für die Zukunft.
Daraufhin gratulierte den Siegern vom Kultusministerium Ministerialrat Thomas Schäfer, der den Fremdsprachenwettbewerb in der Liga „Jugend forscht“ ansiedelte.
Aus Mönchengladbach war der Vorsitzende der Bundesjury, StD Friedrich Stephan, angereist, um die bayerischen SchülerInnen in einem polyglotten Grußwort zu ihren hervorragenden Leistungen zu beglückwünschen. Dabei lobte er besonders das hohe Niveau der Sprachen in Bayern, sodass Bayern beim bundesweiten Sprachenturnier immer sein Kontingent voll ausschöpfen könne.
Nach einem weiteren Musikstück erfolgte dann die Ehrung der einzelnen Sieger. Dabei gab es für das Fach Latein 9 erste Preise von insgesamt 16 ersten Preisen und fünfzehn zweite Preise von insgesamt 36 zweiten Preisen.
Abschließend konnten sich die glücklichen SiegerInnen dann noch mit einem kleinen Imbiss für die weite Heimreise stärken.
(M. Krauß, Fachbetreuung Latein)

Jahresbericht 2009

Fachschaft Latein
“Quintili Vare, legiones redde!“
Latein am OGO 2008/09

„Quintilius Varus, gib (mir) meine Legionen zurück!“: Als Kaiser Augustus im Jahre 9 n. Chr. von der katastrophalen Niederlage des Varus, seines Statthalters in Germanien, gegen den Cheruskerfürsten Arminius im „Teutoburger Wald“ erfuhr, „soll er so verzweifelt gewesen sein, dass er mehrere Monate lang seinen Bart und seine Haare hat wachsen lassen und zuweilen den Kopf gegen die Tür schlug, wobei er“ oben zitierten Ausruf tat. (Sueton, Divus Augustus 23). Das 2000 – jährige Jubiläum dieser Katastrophe für die damalige Weltmacht – immerhin hatte Augustus drei Legionen, d.h. ungefähr 15.000 – 20.000 Mann verloren - lässt aber den deutschen Blätterwald auch heute noch gewaltig rauschen, und nicht nur diesen. Fast kein Medium – Presse, Rundfunk, Fernsehen, Internet – überging dieses Ereignis aus der fernen Antike mit Stillschweigen. Am Schauplatz der Schlacht – Kalkriese bei Osnabrück – im augusteischen Legionslager Haltern und in Detmold, wo man 1875 Arminius oder eingedeutscht Hermann, dem Cherusker, dem Bezwinger der Römer und Befreier Germaniens, ein monumentales Denkmal errichtet hat, feiert man die Wiederkehr dieses Ereignisses mit drei sehenswerten Ausstellungen: Imperium – Konflikt – Mythos.
All dies zeigt, dass das Interesse an antiken Themen in unserer Gesellschaft weiterhin ungebrochen ist. Dieses Interesse schlägt sich auch beim Wahlverhalten der bayerischen Gymnasiasten hinsichtlich der zweiten Fremdsprache nieder. So lernen in Bayern immer noch gut 50 % aller Gymnasiasten Latein als Basissprache. Dieses Bild bestätigt sich auch für das Ortenburg – Gymnasium, wo die Tendenz zu Latein noch etwas stärker ist. So entschieden sich im Schuljahr 2008/09 von 110 Schülern 78 dafür, sich mit der Sprache und Kultur der Römer als Grundlage eines modernen Europa auseinander zu setzen. Insgesamt lernten in diesem Schuljahr von 517 Schülern mit mindestens zwei Fremdsprachen 375 Latein.
Ein ähnlicher Trend zeichnet sich für das kommende Schuljahr ab, in dem ebenfalls wieder drei Lateinklassen in der 6. Jahrgangsstufe eingerichtet werden können. Außerdem ist Latein auch in der Oberstufe fest verankert. So wird es im neuen Schuljahr zum Abschluss des G9 mit 19 Teilnehmern den stärksten Lateinleistungskurs in der Geschichte des OGO geben. Aber auch im G8 haben sich Schüler entschieden, ihre Kenntnisse über die Antike zu vertiefen.
Wiederum ein Highlight des vergangenen Schuljahres war für den Fachbereich Latein die Teilnahme am Bundeswettbewerb Fremdsprachen. Elf SchülerInnen der 10. Klassen hatten sich bereit erklärt, sich auf das Thema des Wettbewerbs Latein: „Forum Romanum“ intensiv vorzubereiten. Die Mühe hat sich gelohnt, wie das Ergebnis zeigt. Die folgenden SchülerInnen erzielten ansprechende Leistungen: Andreas Fleischer, Teresa
Frey, Magdalena Höcherl, Peter Prey und Stefan Rom. Durch gute Leistungen zeichneten sich aus: Katharina Käsbauer, Alexandra Lottner, Christian Scharf und Thomas Prey. Dabei errang Thomas Prey durch seine ganz hervorragende Arbeit auch einen von 28 Zweiten Landespreisen für das Ortenburg - Gymnasium. Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner! Gratulamur!
Am Ende des Schuljahres stehen wiederum die bewährten Exkursionen der 6. Klassen in das römische Regensburg auf dem Programm. Durch einen Museumsbesuch und eine Stadtführung werden die kulturellen Inhalte des Lateinunterrichts veranschaulicht und vertieft.
Die Lateinschüler der 10. Klassen werden nach München fahren, um beim Besuch der Ausstellung „Luxus und Dekadenz“ in der Archäologischen Staatssammlung die Funktion von Luxus in der römischen Adelsgesellschaft kennen zu lernen. In dieser face – to – face Gesellschaft war es nämlich unabdingbar, seinen Reichtum auch zu zeigen – nur so verfügte man über das gewünschte Sozialprestige.
Dass Anschaulichkeit und Verankerung der Inhalte im Leben der Schüler für einen modernen Lateinunterricht selbstverständlich sind, zeigen auf den nächsten Seiten die Schülerarbeiten, die im Lateinunterricht entstanden sind.
Am Ende eines ereignisreichen Schuljahres darf ich Ihnen schöne Ferien und gute Erholung wünschen. Wenn Sie und Ihre Kinder noch ein Ferienprogramm suchen, kann ich Ihnen sowohl die Ausstellung in München (bis 30.8.) als auch die Ausstellungen rund um die Varusschlacht (bis 11.10.) wärmstens empfehlen. Meine Kolleginnen und ich waren begeistert! Alle Informationen können Sie den folgenden Internetadressen entnehmen:
www.archaeologie-bayern.de
www.imperium-konflikt-mythos.de

M.Krauß (OStRin)

Schuljahr 2007/08

Auch am OGO hält der bundesweit beobachtbare „Lateinboom“ weiter an. So lernten in diesem Schuljahr erneut drei Viertel der Buben und Mädchen der 6. Jahrgangsstufe des OGO die ersten Grundlagen der lateinischen Sprache und der römischen Kultur.
Es wird natürlich viel über die Gründe spekuliert, die zu dem Aufwind dieser noch im Jahre 2000 tot gesagten Sprache führten. Jetzt liegt das Ergebnis einer Repräsentativbefragung zu diesem Thema vor, durchgeführt von der Humboldt-Universität zu Berlin in Deutschland und Österreich. Wenn also Eltern und ihre Kinder das Fach Latein im gymnasialen Curriculum – und nur dort hat Latein seinen Platz – wählen, dann schätzen sie folgende Fachleistungen: 1. Vertieftes Sprachverständnis; 2. Brücke zu modernen Fremdsprachen; 3. Denkschulung; 4. Erhöhung der muttersprachlichen Kompetenz; 5. Aneignen eines Europa-Bewusstseins; 6. Vertrautwerden mit Grammatikwissen; 7. Charakterbildung; 8. Stärkung der Kritik-fähigkeit; 9. Erhöhung der Lesekom-petenz, Fähigkeiten, die auch in der modernen Gesellschaft unabdingbar sind.
Der renommierte Münchner Altphilologe Wilfried Stroh geht nun in seinem Buch: „Latein ist tot, es lebe Latein!“ (2006) der Frage nach, wie es dazu kommen konnte, dass Latein 2000 Jahre lang die erfolgreichste Sprache war. Er findet die Antwort bei einem Mann, nämlich bei dem Universalgenie Marcus Tullius Cicero (106 – 43 v.Chr.), der mit seinen „zündenden Reden, die er ebenso wie seine philosophischen Dialoge als Kunstwerk veröffentlichte“,1 die unvergängliche Grundlage der lateinischen Sprache schuf.

Genau an diesen Mann, nämlich an seine grausame Todesstunde am 7. Dezember 43 v. Chr., erinnerte der Kollege M. Zeidler, als er mit seinen Schülern der 11c am 7. Dezember 2007 in der Pausenhalle des OGO eine „laudatio funebris“ (Trauerrede) auf diesen „größten Lateiner für alle Zeit“2 hielt. Gewandet in eine schwarze Toga, als Zeichen der Trauer, zog eine „pompa funebris“ (Leichenzug), Räucherstäbchen haltend, durch die Gänge der Schule, um dann in der Pausenhalle wortgewaltig dieser bitteren Todesstunde zu gedenken, als die Schächer des Antonius in der Nähe von Formiae den vor den Proskriptionen (Ächtungen) vergeblich fliehenden Cicero aus der Kutsche zogen und ermordeten. Sein Kopf und seine Hände wurden zur Abschreckung auf der „rostra“ (Rednertribüne) des Forum Romanum aufgestellt, nachdem die Gattin des Antonius, Fulvia, zuvor die Zunge des toten Cicero mit einer Haarnadel durchbohrt haben soll.3 Eine äußerst gelungene Parodie auf diese Trauerrede veröffentlichte übrigens ein Anonymus im letzten „Kaktus“ des OGO.
Tradition ist inzwischen die Studienfahrt eines großen Teils unserer Kollegiaten unter der bewährten Führung von Frau Rieß nach Sorrent geworden. Dabei kommt auch die Besichtigung von Rom, caput mundi aeternum, nicht zu kurz, womit die Fahrt beginnt. Dann werden die versunkenen Vesusvstädte Pompeji und Herkulaneum neben Capri eingehend betrachtet.
Daneben lebte dieses Jahr auch wieder die Pfingstfahrt nach Rom mit dem Romspezialisten und ehemaligen Kollegen H. Kloiber wieder auf. Bereits im Oktober zeigte Herr Kloiber, erfüllt von seinem Romenthusiasmus, eine kleine

Auswahl seiner fotographischen Schätze der Sehenswürdigkeiten Roms. Der Funke sprang auf die Zuhörer des Vortrags über, und so machte sich in den Pfingstferien eine kleine Gruppe von OGO-Schülern und – Eltern in das Zentrum der antiken und christlichen Welt auf, um vom Kapitol über das Forum Romanum zum Kolosseum zu wandeln, den Circus Maximus zu betrachten, Ostia antica zu besuchen und natürlich die bedeutendsten Kirchen der Christenheit, den Petersdom, Santa Maria Maggiore, die Lateranskirche, San Paolo fuori le mura, aber auch Kleinodien wie San Clemente und San Prassede. Auf der Piazza Navona schmeckte das „Tartuffo“, im Pantheon regnete es Rosenblüten. Dabei vermittelte Herr Kloiber durch ausgewählte literarische Texte immer wieder das antike, mittelalterliche, barocke oder klassische Lebensgefühl. Romam redeamus!
Auch am Bundeswettbewerb Fremdsprachen nahmen dieses Jahr wieder eine Reihe von Lateinschülern teil, so 10 SchülerInnen aus der 9. Jahrgangstufe und 14 SchülerInnen aus der 10. Jahrgangsstufe. Thema des diesjährigen Sprachenwettbewerbs war „Pompeji und Kampanien“. Die TeilnehmerInnen mussten eine Übersetzung bewältigen, grammatische Fragen beantworten und Rechenschaft über ihr Kulturwissen zu diesem Thema ablegen: „Wozu dienen die Steinblöcke in den Straßen Pompejis?“, „Auch die Römer mussten mal ein gewisses Örtchen aufsuchen. Wie heißen diese z.T. öffentlichen Einrichtungen lateinisch?“4. Aber auch Kenntnisse zu vertrackten Stilmitteln (Hyperbel, Parallelismus, Epipher) waren verlangt, und zu italienischen Vokabeln mussten die lateinischen Grundwörter gefunden werden. Abschließend wurde dann noch lateinisches Hörverständnis geprüft. Dass das OGO auch im Fach Latein hervorragende Schüler hat, beweist das

Ergebnis dieses Wettbewerbs. So stellt das Ortenburg-Gymnasium mit Gabriele Kleber eine erste Landessiegerin, und mit Eva Scherr, Simon Höpfl und Florian Herl drei zweite Landessieger. Noch einmal herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!5 Gabriele Kleber wird damit das Ortenburg - Gymnasium und das Land Bayern beim Sprachenturnier in Papenburg im September vertreten.
Dass diese erfreulichen Ergebnisse die Früchte des Lateinunterrichts am Ortenburg – Gymnasium sind, sollen auch die weiteren Beiträge der Kollegen, hervorgegangen aus der Unterrichtswerkstatt Latein, veranschaulichen. Kreativität und Denkschulung werden immer wieder groß geschrieben in einem modernen Lateinunterricht.
Damit auch die Ferienzeit überbrückt werden kann, erlauben Sie mir abschließend folgende Anregungen:
1. Vor 2000 Jahren wurde der bis heute meist gelesene Dichter Ovid aus immer noch ungeklärten Gründen nach Tomi ans Ende der Welt verbannt. Über die Ursachen der Verbannung, ranken sich zahlreiche Vermutungen. Besonders spannend und auch logisch nachvollziehbar hat sich Tanja Kinkel mit dem historischen Krimi „Venuswurf“ dieses Themas angenommen.
2. Wer sich mit dem Siegeszug der lateinischen Sprache näher beschäftigen will, dem sei das Buch von Wilfried Stroh: „Latein ist tot, es lebe Latein!“ anempfohlen.
3. Als Ferienexkursion bietet sich eine Fahrt nach München in die Archäologische Staatssammlung an, wo die Ausstellung „Welterbe Limes – Roms Grenze am Main“ bis 14. September gezeigt wird (www. archaeologie-bayern.de).
In diesem Sinne „Latein ist tot, es lebe Latein!“.



M. Krauß, OStRinAnmerkungen:
1 (in: W.Stroh, „Prügel für Hieronymus“, in: Bayernkurier, 19.Jan. 2008, S.18)
2 ebd.
3 Eine hervorragende Einführung zu Cicero: Fuhrmann, M., Cicero und die römische Repu-

blik. Eine Biographie. Zürich 42000. (Piper TB)
4 Lösungen: als Fußgängerüberweg; latrina
5 Die Ergebnisse aller Teilnehmer lagen bei Redaktionsschluss des Jahresberichts noch nicht vor.

„Ad fontes!“ – Latein am OGO 2006/07

Auch dieses Schuljahr kann die FS Latein erneut auf zahlreiche Aktivitäten zurückblicken, um den Schülern die Kultur der Antike näher zu bringen.
So fand am Ende des letzten Schuljahres im Rahmen des Wandertages für die Klasse 9b und die Klasse 11a eine Exkursion zu der fulminanten Ausstellung „Die letzten Stunden von Herculaneum“ in München statt. Hier konnten die Schüler nacherleben, was sich in der Nacht vom 24. August 79 n.Chr. bei dem Ausbruch des Vesuvs in Herculaneum abspielte. Sie lernten auch wesentliche Erscheinungen des römischen Alltagslebens kennen, wie z.B. hölzerne Möbel (!), darunter eine Wiege. Sie bekamen eine Vorstellung von der Größe einer Luxusvilla durch eine 3D-Animation der Villa dei Papiri von Lucius Calpurnius Piso, Schwiegervater von C.Iulius Caesar, deren einzigartige Skulpturen ebenfalls in München zu bewundern waren.
Ein großer Teil der Schüler der K 13 nahm dann im September im Rahmen der Kollegstufenfahrt die Möglichkeit wahr, spektakuläre Schauplätze der Antike in situ aufzusuchen. Die Kollegstufenfahrt führte sie nämlich unter der Ägide von Frau Rieß, Frau Strätz und Herrn Wirnshofer nach Rom auf das Forum Romanum und in das Kolosseum, dann weiter an den Golf von Neapel, wo u.a. der Besuch von Herculaneum und Pompeji auf dem Programm stand.
Zeitgleich besuchten die Schüler der 8. Klasse das römische Regensburg. Im Museum setzten sie sich mit dem typischen Tagesablauf eines römischen Legionärs auseinander, studierten dessen Ausrüstung, beschäftigten sich aber auch mit römischer Kleidung und der römischen Infrastruktur. Anschließend gingen sie die Mauern des ehemaligen Legionslagers ab, wobei natürlich diemassigen Quader der Porta Praetoria besonders beeindruckten. Das Geheimnis der zahlreichen „Löcher“ in den Quadern konnte ebenfalls gelüftet werden: Diese stammen nämlich von dem „lupus“, eine Art Keil, der dazu diente, diese Quader zu bewegen. Wenn diese lupus-Löcher sichtbar sind, ist dies übrigens ein Indiz dafür, dass die Mauer repariert wurde.
In den Pfingstferien führte schließlich Frau Rieß eine Eltern – Lehrer – Gruppe ebenfalls an die antiken Ausgrabungsstätten von Herculaneum und Pompeji.
Auch dieses Jahr nahmen 12 SchülerInnen der 10. Klassen am Bundeswettbewerb Fremdsprachen teil. Dabei galt es, sich mit dem Thema „Die Frau in der Antike“ auseinander zu setzen. So wurden die Biographien der berühmtesten Frauen, die der Gracchenmutter Cornelia, die der verruchten Clodia oder der kaisermordenden Agrippina studiert. Die Schüler memorierten berühmte Liebespaare der Mythologie wie Narziss und Echo, Jason und Medea, Theseus und Ariadne, setzten sich intensiv mit der rechtlichen Situation der Frau auseinander, lernten die Tugenden einer römischen Frau: Keuschheit (pudicitia) und Rechtschaffenheit (probitas), aber auch Heiterkeit (comitas) und Umgänglichkeit (facilitas). Schließlich lasen sie auch einen Text auf lateinisch vor und unterzogen sich einer dreistündigen Klausur, bei der sie übersetzten, haarige Fragen zum Thema beantworteten – Gab es jetzt weibliche Gladiatoren oder nicht?! – und auch einen lateinischen Hörtest zu bewältigen hatten. Am Ende hatte sich jedoch die Plackerei gelohnt. Daniel Woschée (10c) holte einen 1. Landespreis und wird das OGO erstens als Jurymitglied beim diesjährigen Sprachenfestival in Regensburg vertreten und zweitens zum Bundesdeutschen Spra-chenturnier nach Niedersachsen fahren. Aber auch die Leistungen aller anderen Schüler konnten sich sehen lassen. So erzielten Alexandra Bader (10a), Matthias Sperl (10a), Sophia Schmidt (10a), Corinna Plach (10b) und Florian Sorgenfrei jeweils gute Leistungen, Fabian Fuchs (10c), Stefanie Zinkl (10b), Kristina Kramer (10b), Johannes Hilburger(10b), Daniela Schießl (10b) und Andrea Spichtinger (10b) jeweils ansprechende Leistungen. Herzlichen Glückwunsch!
Und was geschieht im Unterricht? Nachdem die 8.Klassen nun dieses Schuljahr absolviert haben, können wir ein erstes überaus positives Fazit über den Ablauf der Spracherwerbsphase im G8 ziehen.
Denn dadurch, dass der Lehrplan im Fach Latein wirklich gekürzt worden ist, dadurch dass durchgängig ein Stundenkontingent von 4 Wochenstunden zur Verfügung steht, welches jeweils noch durch eine Intensivierungsstunde erweitert werden konnte, und durch die Entscheidung für das attraktive Lehrbuch Prima konnte ein weitestgehend erfolg-reicher Unterricht mit meist sehr zufriedenstellenden Ergebnissen erzielt wer-den.
Dabei werden auch immer wieder Gedanken der Antike zur Alltagswelt unserer Kinder in Beziehung gesetzt. So lautete in der 8. Klasse eine Aufgabe: Überlege dir, inwieweit die Lebenseinstellung des Diogenes: „Bedürfnislosigkeit bringt wahre Freiheit“ auch für dich heute eine Bedeutung hat! (Schülerbeiträge dazu s.u.)
Abschließend erlauben Sie mir im Hinblick auf die Ferien noch folgende Hinweise:
1. Wer den Ausbruch des Vesuvs nacherleben will, dem sei als Ferienlektüre der historische Roman „Pompeji“ von Robert Harris empfohlen.
2. Wer Antike hautnah erleben will, der könnte nach Weißenburg aufbrechen, wo es ein römisches Bad, das Kastell und einen Römerschatz zu bewundern gibt.
3. Wer etwas weiter fahren möchte, der könnte die Römerstadt Trier besuchen, die dieses Jahr mit einer äußerst sehenswerten Ausstellung über Kaiser Konstantin brilliert.
In diesem Sinne: „Ad fontes!“

M. Krauß, StRin

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