Schuljahr 2009/10
Fachschaft Geschichte:
Den eigentlichen Auftakt der Aktivitäten der Fachschaft Geschichte bildete das Jubiläumsjahr „45 Jahre OGO“, das entsprechend gewürdigt wurde. OStRin Dr. Christine Paschen, StRin Lang und StRin Kiowski erstellten dafür in Zusammenarbeit mit StD Dr. Schießl eine Ausstellung zu den „Meilensteinen der Schulgeschichte“ im Vergleich mit wichtigen Stationen der Weltgeschichte. Der LK Geschichte mit StD Lang präsentierte ebenfalls im Rahmen einer Ausstellung Informationen zur Geschichte der Ortenburger.
StD Lang war darüber hinaus mit seinem Geschichts-Leistungskurs bei weiteren Veranstaltungen präsent. So organisierte er z.B. den Besuch der Ausstellung "Vergessene Helden" zum Schicksal der deutschen Antifaschisten im Sudetenland und ein Zeitzeugengespräch des LK mit der 89-jährigen Olga Sippl, das im CeBB in Schönsee stattfand und auf großes Interesse seitens der teilnehmenden Schüler stieß. So erfuhren die Jugendlichen, in welchen Formen sich nach 1938 der Widerstand von deutschen Sozialdemokraten, Kommunisten und Geistlichen in den böhmischen Ländern vollzog. Olga Sippl war mit ihrer reichen Lebenserfahrung und ihrer unkomplizierten Kommunikationsfähigkeit und Eloquenz für die Kollegiaten eine beeindruckende Zeitzeugin. Als weiteres Beispiel für außerunterrichtliche Aktivitäten ist an dieser Stelle auch der Besuch des LK Geschichte in der Ausstellung zur „NS-Zwangsarbeit im ländlichen Raum“ in Maxhütte-Haidhof zu nennen.
Der Europatag am 10. Mai fand mit drei verschiedenen Veranstaltungen am OGO eine besondere Würdigung. Sowohl MdB Hohlmeier als auch MdL Schindler diskutierten in einer jeweils eigenen Veranstaltung mit Schülern der K12 über aktuelle Themen in Bezug auf die EU sowie das Verhältnis von Bayern und Europa generell. Für die Schüler der Q 11 stellte Anfang Juli der ehemalige OGO-Schüler Wolfgang Bücherl, nun in Brüssel bei der EU-Kommission beschäftigt, seinen Beruf bzw. seinen Werdegang näher vor.
Bei der von OStRin Dr. Christine Paschen organisierten Schulkinowoche besuchte die 8. Jahrgangsstufe den Film „Die Welle“ sowie die 10. Klassen „Sophie Scholl – Die letzten Tage“, was den Fachunterricht der jeweiligen Jahrgangsstufe auf anschauliche Weise ergänzte.
Die 9. Klassen statteten zudem wie in den letzten Jahren im Juni der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg einen Besuch ab. Am Ende des Schuljahrs erkundeten die 6. Klassen erneut in gelungener fächerübergreifender Zusammenarbeit mit der Fachschaft Latein bei einem „Römertag“ das römische Regensburg bei einer Stadtführung und erarbeiteten sich selbstständig bei einer interaktiven Römerführung im Historischen Museum wichtige Elemente der römischen Geschichte.
Die von OStRin Dr. Christine Paschen initiierte und geleitete Fortbildung „Das deutsch-polnische Verhältnis in Geschichte und Gegenwart“ fand am 7. Juli 2010 am OGO statt. Im Zuge dieser Veranstaltung konnten die Schüler der Grundkurse Geschichte bei einer Lesung des Referenten Dr. Matthias Kneip Denkwürdiges und Amüsantes über das Verhältnis von Deutschen und Polen erfahren. Die Fachschaft Geschichte brachte sich auch in den Aufbau der an der Schule geplanten Materialsammlung ein. Mitglieder der Fachschaft besuchten darüber hinaus zahlreiche Fortbildungen wie das Kontaktstudium Geschichte in Regensburg mit dem Thema „Die amerikanische Demokratie“ oder die RLFB-Fortbildung „Der Nahe Osten: Geschichte und aktuelle Probleme“.
Susanne Kiowski, StRin
Schuljahr 2006/07
Auch in der Fachschaft Geschichte Sozialkunde gab es eine Reihe von Aktivitäten. OStR Georg Lang nahm vom 17. – 19. September 2006 an einem dreitägigen Symposion zur Geschichte der Juden in der Oberpfalz teil, das von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, dem Lehrstuhl für jüdische Geschichte der Universität München und der Stadt Sulzbach-Rosenberg ausgerichtet wurden. Neben Prof. Brenner aus München und dem an unserer Schule durch Lesungen gut bekannten Otto Schwerdt waren Rabbiner und weitere Vertreter jüdischer Gemeinden anwesend. Vorträge und Diskussionen sollten vor allem dem Abbau von Barrieren gegenüber jüdischer Religion und Kultur dienen und zu einem unbefangeneren Umgang anregen.
StRin z. A. M. Lang und StRin z. A. Strätz besuchten eine Fortbildungs-veranstaltung in Nürnberg zum Thema „Visualisierter Wahn – Vom Umgang mit NS-Filmen als Zeitdokument“, die sich mit der Filmanalyse am Beispiel von NS-Propagandafilmen beschäftigte.
Exkursionen führten die Schüler/innen der 7. Klasse nach Regensburg (s. Bericht), die 9. Jgst. in die KZ-Gedenk-stätte Flossenbürg und die 11. Jgst. auf den Spuren des Barock nach Regensburg. Der Geschichte Leistungskurs besuchte die Landesausstellung „Bayern – Böhmen“. 1500 Jahre Nachbarschaft und nahm zusammen mit dem Leistungskurs Deutsch an einer Exkursion nach Weimar teil.
Ebenfalls im Rahmen des Geschichtsunterrichts wurden Filmbesuche organisiert, die den Lehrplan ergänzten und zur kritischen Auseinandersetzung mit der Umsetzung historischer Sachverhalte für das Kino anregten. So sahen die 8. und 11. Klassen den Film „Marie Antoinette“ und die 10. Jahrgangsstufe den Film „Das Leben der Anderen“.
Einen Höhepunkt der Fachschaftsarbeit bildete die RLFB-Veranstaltung für Deutsch- und Geschichtslehrer zum Thema „Deutsche und Böhmen“, die am 26. Februar 2007 stattfand.
Dr. Ch. Paschen, OStRin
Dem Mittelalter auf der Spur
Exkursion der 7. Klassen nach Regensburg
„Der einstige Reichtum der Stadt und ihre Rolle als zentraler politischer Ort des Heiligen Römischen Reiches haben dank der erhaltenen baulichen Zeugnisse zur Entstehung eines einzigartigen Stadtensembles geführt, das mittelalterliche Bau- und Funktionstypen unterschiedlichster Art umfasst.“ „Die Altstadt gilt als außergewöhnliches Beispiel für eine intakte mittelalterliche Großstadt. Architektonische Besonderheiten sind die Patriziertürme, der Dom und die alte Steinbrücke aus dem 12. Jahrhundert, die die Altstadt und den Stadtteil Stadtamhof miteinander verbindet. Regensburg besitzt 984 Einzeldenkmäler, die teilweise bis auf die Römerzeit zurückgehen“, schreibt die UNESCO auf ihrer Homepage zum Welterbe Regensburg.
Den 7. Klassen bot sich am 30.03.2007 in Begleitung von Frau Tripke, Herrn Kistler, Herrn Lang und Frau Lang die Möglichkeit, ihre im Geschichtsunterricht erworbenen Kenntnisse über die Stadt im Mittelalter anzuwenden und zu erweitern. Regensburg war die erste „Hauptstadt“ Bayerns und bis zum Ende des 12. Jahrhunderts eine wirtschaftliche Metropole, die durch den Fernhandel reich geworden war. So wundert es nicht, dass die Stadt zu den bevölkerungsreichsten des Reiches gehörte und von hier aus zweimal ein Kreuzzug begonnen wurde.
Ein wichtiger Grund für diesen wirtschaftlichen Erfolg war die Lage an der Donau, denn durch den Fluss war man mit der ganzen mittelalterlichen Welt verbunden und betrieb rege Handel. Viele Waren wurden in Regensburg verladen, so auch im Salzstadel, der sich direkt an dem Wahrzeichen Regensburgs – der Steinernen Brücke – befindet. Deshalb durfte ein Besuch auf dem „Weltwunder“ Brücke nicht fehlen, hier wurde die Frage nach dem Bruckmandl oder dem Bogen in der Brücke geklärt oder warum die Regensburger ihre Kranken außerhalb der Stadt unterbrachten. Über einige der Märkte der mittelalterlichen Stadt ging es weiter zum Alten Rathaus, wo die Maße und Gewichte der Metropole angebracht sind und eine Schülerin mit dem „Stadt Öln“ vermessen wurde. Über den Haidplatz führte der Weg schließlich zum Goldenen Turm, einen der vielen Geschlechtertürme, wo wir die Frage beantworteten, warum diese meist nicht bewohnt wurden. Über den Dom, der erst im 19. Jahrhundert fertiggestellt wurde, gelangten wir an den Neupfarrplatz, zum ehemaligen jüdischen Ghetto der Stadt Regensburg.
Mit vielen neuen Erkenntnissen traten die Klassen den Rückweg nach Oberviechtach an.
M. Lang, StRin z.A.