22.01.2008
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OStD Wurm, Prof. Wild, Prof. Lechner, StD Jehl, Prof. Hummel, Prof. Beer (vorne), Prof. Kuypers (von links nach rechts)
LFB Mikrotechnologie und Mathematik
Kooperation Fachhochschule – Gymnasium
Zum vierten Mal führte das Ortenburg-Gymnasium in federführender Kooperation mit der Fachhochschule Regensburg eine Lehrerfortbildung durch. Dabei haben sich neben den Regensburger FH-Professoren Dr. Hummel, Dr. Lechner und Dr. Kuypers, erstmals auch Prof. Dr. Beer (FH Amberg-Weiden) und wieder Prof. Dr. em. Zeitler (Uni Bayreuth) als Referenten zur Verfügung gestellt. Sie sorgten für eine interessantes Programm, das diesmal einen größeren Schwerpunkt auf die Mathematik legte.
OStD Hans Wurm begrüßte die Referenten und Teilnehmer und bedankte sich für die Organisation dieser Fortbildung bei Prof. Dr. Ernst Wild (FH Regensburg) und StD Günter Jehl (Ortenburg-Gymnasium).
Prof. Dr. Alfred Lechner schilderte in seinem Einführungsvortrag die Problematik von minimalsten Verunreinigungen bei der Herstellung von Halbleiterelementen. Es besteht daher ein großes Interesse, möglichst schnelle Online-Messmethoden zu entwickeln, die noch dazu sehr empfindlich hinsichtlich ihrer Genauigkeit sind. Bisher gibt es Methoden, die – im übertragenen Sinne – einen Bayer unter der Gesamtpopulation Chinas ausfindig machen können. An der FH Regensburg wird derzeit daran gearbeitet, einen „Viertel-Bayern“ in der gleichen Menge zu finden!
Einen Grundlagenvortrag zur Mikromechanik hielt Prof. Dr. Helmut Hummel. Er vermittelte den Zuhörern, wie man mit mathematischen Methoden mechanische Krafteinwirkungen auf Festkörper beschreiben kann. Dabei spielt insbesondere die Tensorrechnung eine wichtige Rolle, die in der Schulmathematik lediglich ansatzweise verankert ist.
Nahtlos an diese Thematik anschließen konnte Prof. Dr. Stefan Beer (FH Amberg-Weiden), ein ehemaliger OGO-Absolvent. Die Untersuchung von Strömungen stand im Mittelpunkt seines Vortrags, wobei ein breiter Bogen der Anwendung von Ketchup und Zahnpasta bis hin zu Rauchen und Blutkreislauf gespannt wurde. Besonders lehrreich war dieses Referat insbesondere für Schüler des Leistungskurses Physik, weil im Stile einer FH-Vorlesung die Mathematik als Sprache zur Beschreibung von Alltagsphänomenen verwendet wurde. So lässt sich z.B. berechnen, dass die Verringerung eines Leitungsdurchmessers um 10% (also z.B. einer Arterie) zu einer Durchflussreduzierung von ca. 34% führt. Bezogen auf den Blutkreislauf ist eine verstärkte Belastung des Herzens die Folge.
Prof. Dr. Friedhelm Kuypers griff in seinem Vortrag auf in der Schulphysik gut bekannte Versuchsaufbauten wie das Federpendel oder eine Fahrzeugachse zurück. Während aber am Gymnasium lediglich einfache Bewegungen dieser Anordnungen berechnet werden können, befasst er sich mit der sehr aufwändigen Simulation und 3D-Darstellung derselben. So dauert eine Berechnung eines ca. 10 Sekunden langen Simulationsfilmes leicht eine Woche, da eine ungeheuer große Datenmenge verarbeitet werden muss.
Zum Abschluss der Lehrerfortbildung konnte Prof. Dr. em. Herbert Zeitler Inhalte seines neuen Buches „Kreisgeometrie gestern und heute“ vorstellen. In bekannt unterhaltsamer Manier begann er in der Historie bei der klassischen Geometrie Jakob Steiners und führte einen kleinen Exkurs über Descartes und Gauß bis hin zur Moderne (Radice). Die mathematischen Ausführungen wurden dabei immer durch interessante Anekdoten oder Lebenserfahrungen gewürzt.
Ergänzt wurde sein Vortrag durch Studienreferendar Alexander Krämer, der derzeit am Ortenburg-Gymnasium im Zweigschuleinsatz ist. Er veranschaulichte die Ausführungen von Prof. Zeitler durch Computersimulationen verschiedener mathematischer Kurven wie Kardioide, Kissoide und Strophoide.
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