Der Elternbeirat des OGOs organisierte am Freitag, 19. Januar 2007, eine Fahrt an die Fachhochschule Regensburg. Um 15 Uhr traf die Oberviechtacher Delegation in der Fakultät für Mikrosystemtechnik ein und wurde von den Prof. Dr. Wild, Prof. Dr. Lechner und Prof. Dr. Hummel begrüßt.

In seinem Einführungsvortrag hat Prof. Dr. Wild - ein ehemaliger Absolvent des OGOs - den Studiengang Mikrosystemtechnik (MT) vorgestellt. Die FH Regensburg hat diesen Studiengang als erste Fachhochschule überhaupt in Deutschland angeboten. In Bayern stellt der Regensburger MT-Studiengang immer noch den einzigen seiner Art dar. Ab 2007 soll die bisherige Diplomausbildung durch ein Bachelorstudium abgelöst werden. Dabei soll im Vergleich zum auslaufenden Diplomstudium ein Praxissemester anfallen. Nach 3,5 Jahren können besonders gute Bachelorabsolventen noch ein Masterstudium MT an der FH anschließen, das u.a. auch zum Eintritt in den höheren Dienst (im öffentlichen Dienst) berechtigen wird.

Bei der anschließenden Diskussion mit den Eltern wurde von den Professoren auch deutlich gemacht, dass ein wichtiges Ziel sei, die Entscheidungsfindung der (Fach-)Abiturienten positiv zu beeinflussen. Ideal wäre es, wenn MT schon von Beginn an von Absolventen studiert werden würde, die eine genaue Vorstellung von der Thematik hätten. Gerade im Bereich der Natur- und Ingenieurwissenschaften ist aber aufgrund vielfältigster Spezialisierungstendenzen die Übersichtlichkeit nicht mehr so gegeben wie noch vor einigen Jahren.
Grundpfeiler des MT-Studiums an der FH ist eine fundierte Ausbildung in Mathematik, Physik und Chemie bereits in den ersten Semestern. Wenn sich bereits interessierte und in den Naturwissenschaften leistungsbereite Kollegstufenschülerinnen und -schüler ein Bild vom MT-Studium an der FH machen können, so ist damit bereits ein erstes großes Teilziel erreicht. In diesem Sinne ist die Kooperation der FH Regensburg mit dem Ortenburg-Gymnasium Oberviechtach auf einem guten Wege.

Alle Beteiligten konnten sich bei den anschließenden Führungen ein sehr anschauliches Bild von den Arbeitsmethoden in der MT machen. Als erstes stand das Reinraumlabor auf dem Programm. Hierzu mussten alle Besucher mit weißem Arbeitsmantel, Haarnetz und Schuhschutz ausgestattet werden, um die Reinraumgüte des Labors nicht allzu sehr zu belasten. Die gezeigten Analyse- und Messapparaturen bzw. -verfahren machten deutlich, dass die Arbeit in den Miniaturdimensionen nicht nur phantastische Ergebnisse hervorbringen kann, sondern auch mit beachtlichem Kostenaufwand verbunden ist. So ist es z.B. mit einem speziellen Detektor möglich, 1 Teilchen unter einer Milliarde anderer (identischer) Teilchen als Fremdkörper herauszufinden. Die Apparatur im Wert eines Einfamilienhauses findet also im übertragenen Sinne einen Bayern in China!
Im Elektronenmikroskoplabor von Prof. Dr. Wild wurde bei zigtausendfacher Vergrößerung ein Blick in kleinste Strukturen ermöglicht, die mit optischen Mikroskopen nicht mehr beobachtet werden können.

Abschließend dankten die Elternbeiratsvorsitzende Frau Steindl, StD Jehl und OStD Wurm mit kleinen Geschenken den Professoren Wild, Lechner und Hummel für ihre sachkundigen Führungen. Für interessierte Schülerinnen und Schüler sowie Eltern sollte eine Wiederholung dieses Besuchs in nächster Zeit denkbar sein!

StD Jehl

zurück zu FH Regensburg