Zu Besuch beim Bürgermeister von Oberviechtach
Die Klassen 5b und c des Ortenburg-Gymnasiums Oberviechtach besuchten zusammen mit ihrer Geographielehrerin Frau Schwarz den Bürgermeister Herrn Weigl. Im Rahmen des Erdkundeunterrichts stellten sie ihm Fragen zur Geschichte und aktuellen Situation der Stadt Oberviechtach und erschlossen dabei auch die Bedeutung der Landstadt für die umliegenden Dörfer und Gemeinden.
Zunächst wurden sie von Bürgermeister Weigl im Sitzungssaal des Rathauses herzlich willkommen geheißen, in dem Herr Weigl den Schülern von seinen Tätigkeitsfeldern als Bürgermeister berichtete. Zudem erklärte er den Schülern der 5. Klassen die Aufgaben der verschiedenen Ämter, die im Rathaus untergebracht sind und die für die Bürger und deren Alltagsleben von Bedeutung sind. So durften die Schüler z.B. einen Blick in das Standesamt und das dazugehörige Trauzimmer werfen, in dem die standesamtlichen Hochzeiten stattfinden. Dabei erklärte eine Verwaltungsbeamtin auch ihre Aufgaben und alltäglichen Arbeiten.
Der Bürgermeister ging bei seinen Ausführungen auch auf die Geschichte und Entwicklung der Stadt Oberviechtach in den letzten 20 Jahren ein und erläuterte den Jugendlichen den juristischen Weg der Ernennung Oberviechtachs zur Stadt im Jahre 1952.
Anschließend führten zwei Schüler ein Interview mit dem Bürgermeister, bevor sie die vielen Eindrücke bei einer stattliche Brotzeit verarbeiteten.
Sabine Schwarz
Interview mit dem Bürgermeister
Schüler: Grüß Gott, Herr Bürgermeister Weigl. Sie sind Bürgermeister der Stadt Oberviechtach. Leben Sie gerne in Oberviechtach?
Herr Weigl: Ja sicher wohne ich gerne in Oberviechtach. Ich bin in Oberviechtach geboren, in Oberviechtach zur Schule gegangen, bin auch hier aufgewachsen und habe lange Jahre in Oberviechtach gearbeitet, bevor ich zum Bürgermeister gewählt wurde. Die Stadt bietet mir alles, was ich vom Leben erwarte. Ich bin sehr zufrieden und lebe gerne hier.
Schüler: Warum würden Sie sagen, dass es hier lebenswerter ist als anderswo?
Herr Weigl: Ich denke, dies muss man relativ sehen. Jeder wird von seiner Heimatgemeinde, in der er wohnt, sagen, hier ist es lebenswerter als anderswo, so wie ich es auch von Oberviechtach tue. Wir haben hier in Oberviechtach alles, was man für das tägliche Leben braucht, alle Freizeitmöglichkeiten, die man üblicherweise nutzt. Ebenso haben wir ein intaktes Vereinsleben und ein gutes gesellschaftliches Miteinander. Daher ist es in Oberviechtach lebenswert.
Schüler: Jede Stadt ist für ihr Umland wichtig. Welche Bedeutung hat Oberviechtach für das Umland?
Herr Weigl: Oberviechtach war bis zur Gebietsreform 1972 eine Kreisstadt. Damals gab es noch ein Oberviechtacher Autokennzeichen und ein eigenes Landratsamt. Dies gibt es seit 1972 nicht mehr. Jedoch konnte man aus dieser Zeit z.B. das Amtsgericht und andere Behörden erhalten. Oberviechtach ist auch ein Bundeswehrstandort und besitzt ein Krankenhaus und soziale Einrichtungen wie ein Altenheim, Kindergärten und Schulen. Auch bietet die Stadt den Bürgern genügend Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten wie Kino und Freibad. Apotheker und Ärzte kümmern sich um das gesundheitliche Wohl der Menschen. Somit ist Oberviechtach ein zentraler Ort für den Altlandkreis Oberviechtach. In der Stadt finden auch viele Menschen in verschiedenen Betrieben Arbeit. So ist Oberviechtach eine von wenigen Gemeinden, eine positive Pendlerbilanz verzeichnen können.
Schüler: Wie haben sich die Einwohnerzahlen in den letzten 20 Jahren entwickelt?
Herr Weigel: Die Einwohnerzahlen sind stetig rückläufig. Während 1998 in Oberviechtach noch 5130 Bürger ansässig waren, sanken die Einwohnerzahlen auf 4870. Die Ursache für diesen Trend liegt darin, dass es mehr Sterbefälle als Geburten gibt.
Schüler: Wie kann dieser Trend gestoppt werden?
Herr Weigl: Dazu muss ganz Deutschland kinderfreundlicher werden. Wir müssen wieder mehr Mut zu eigenen Kindern und zur Familie haben. Dafür sind gute Rahmenbedingungen unablässig: Z.B. müssen ausreichend finanzielle Mittel für Familien zur Verfügung gestellt werden und auch für Frauen muss Beruf und Familie vereinbar sein. Im letzten Jahr wurde daher in Oberviechtach eine Kindergrippe gebaut, in der Eltern ihre Kinder während der Arbeit zeitweise unterbringen können. Zudem hat die Stadt ein eigenes Familienförderprogramm ins Leben gerufen: Bei diesem erhalten Familien beim Erwerb eines Bauplatzes oder Hauses pro Kind 2.500€ geschenkt, um den Familien unter finanziell unter die Arme zu greifen.
Schüler: Herzlichen Dank für das Interview, Herr Weigl.
Interview geführt von Alina Biegerl und Lars Greger (Klasse 5b)
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